Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken: EN 388:2017-01

Sechsfach geprüft - Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken werden nach der veränderten EN 388 nun in sechs statt zuvor in vier Aspekten bewertet.

Warum das ein Vorteil für Sie ist? Die neue Einteilung verbessert die Einschätzung der Schnittfestigkeit, da diese nun in zwei unterschiedlichen Verfahren getestet werden. So können Sie besser beurteilen, ob der Handschuh für Ihre Anwendungen geeignet ist. Gerne beraten wir Sie dazu.

Die EN 388:2017-01

Die neue, seit 2017 gültige, EN 388:2017-01 ersetzt die bisher gültige EN 388:2003. Die Norm beschreibt die Testverfahren, die auf Schutzhandschuhe mit Kategorie II sowie III (Schutz vor mittleren und irreversiblen bzw. tödlichen Risiken) angewendet werden. Entsprechend der Neuerungen werden nun sechs Prüfungen durchgeführt. Neu ist ein zweiter Schnittschutztest. Denn der bisher einzige Schnittschutztest (Coupe-Test) hat die Schwachstelle, dass das Testmesser im Laufe des Testdurchlaufs abstumpfen kann und so kein klares Ergebnis zur Bewertung heraus kommt. Diese beiden Testverfahren sind nicht vergleichbar, so kann der eine Wert einen hohen Schnittschutz ausweisen, der andere ein abweichendes Ergebnis. Nur die Gesamtbetrachtung gibt Aufschluss über die Eignung für den spezifischen Anwendungszweck. Ebenfalls neu: die Stoßschutzwirkung.

Sie finden die Angaben zu den Ergebnissen und zur Bewertung des jeweiligen Handschuhs unter dem Normzeichen (Hammer-Pictogramm). Dort sind 5 bzw. 6 (wenn Stoßschutz anwendbar) Zeichen vermerkt. Nicht durchgeführte Tests werden durch ein "X" gekennzeichnet.

  • Erste Stelle: Abriebfestigkeit
    Einteilung in die Schutzstufen 0 bis 4, auf Basis der sog. Scheuertouren, die der Handschuh aushält, bis das Handschuhmaterial durchgescheuert ist.
  • Zweite Stelle: Schnittfestigkeit nach dem Coupe-Test
    Einteilung in die Schutzstufen 0 bis 5; hierbei wird mit einem rotierenden Rundmesser, etwa wie ein Pizzaschneider vorzustellen, getest bis die Materialprobe aus der Innenhandfläche zerschnitten ist
  • Dritte Stelle: Weiterrreißfestigkeit
    Einteilung in die Schutzstufen 0 bis 4; der zu prüfende Handschuh wird dazu 1 cm weit eingeschnitten und dann mit einer Zugprüfmaschine weiter aufgerissen, dabei wird gemessen, wie viele Newton aufgewendet werden müssen, um das Muster (weiter) zu zerreißen
  • Vierte Stelle: Durchstichfestigkeit
    Einteilung in die Schutzstufen 0 bis 4; hier wird die Kraft gemessen, die aufgewendet werden muss, einen Prüfnagel durch das Material zu drücken; Achtung: dies ist keine Aussage über die Durchstichfestigkeit gegenüber Kanülen, Nadeln, Spritzen!
  • Fünfte Stelle: Schnittfestigkeit nach EN ISO 13997
    Einteilung in die Schutzstufen A bis F; Bei dieser Prüfung wird die aufgewendete Kraft in Newton gemessen bei der Schnittbildung, hier kommt eine lange, gerade Klinge zum Einsatz
  • Sechste Stelle (optional): Stoßfestigkeit
    Angabe durch "P" (Test bestanden); dieser Test ist nur auf wenige spezielle Modelle anwendbar, gepolsterte Handschuhe, die z. B. bei Montagearbeiten zur Anwendung kommen

 
Fragen?

Sie haben Fragen zum Thema Schnittschutzhandschuhe? Benötigen eine Beratung für Ihren Betrieb und Ihre individuelle Anwendung? Dann wenden Sie sich einfach an Andreas Brüggemann unter a.brueggemann@carlnolte.de oder +49(25 71)16-262.

Symbol der EN 388:2017-01 mit einer Hand vor Himmel